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Feuerritual
Geschichten

Die kleine weiße Wolke

 

Ein Mann träumt. Er träumt er liegt im Tipi, auf der Decke, am Boden. Durch den schmalen Spalt im Dach, schaut er auf den Himmel. Die Wolken ziehen langsam und gemächlich über das blaue Himmelsdach. Manche von ihnen lösen sich gerade auf und werden kleiner und kleiner. Andere wiederum größer und größer. Bei manchen Wolken glaubt er in ein Gesicht zu schauen, während andere Wolken wieder eher Formlos und doch auch formend ausschauen. Ein Adler, als kleiner Punkt wahrnehmbar, zieht seine Runden.

Wie der Adler, wie die Wolken, hoch oben die Runden ziehen. So will ich meine Runden ziehen. Ziehen als die kleine weiße Wolke. Ja ich will kleine weiße Wolke sein. Die ganz weit oben, die weißer als weiß ist. Nachdem in Träumen alles möglich ist, war er die weiße Wolke, die weiße Wolke die weißer als weiß ist.

Unter ihm zogen graue Regenwolken auf. Gleich die erste schrie ganz laut:„ Schau an die kleine weiße Wolke. Nehmt euch in acht vor der. Solch kleine weiße Wolken sind giftig. Sie bestehen aus Säure. Deshalb sind sie weißer als weiß ”

Das war der kleinen weißen Wolke gar nicht recht. Wo sie doch so majestätisch über den blauen Himmel zieht. Wie können die von mir so reden. Ich bin eine schneeweiße Wolke. Ich schwebe hoch über den Dingen. Ich kann alles ganz genau sehen. Die brauchen gar nicht so komisch sein. Die wissen ja gar nicht welch guten überblick ich von hier oben habe. Ich denke die wollen mich nur ärgern weil sie nicht so schön weiß sind. Ich meine das ist nicht fair. Ich sage ja auch nichts über das grau das da unter mir herumzieht.

Die grauen Regenwolken, die das Wasser bringen damit die Pflanzen wachsen und die Bäche fließen, die Tiere und die Menschen trinken, waschen, und baden können, damit sich die Steine umspülen und sich Seen bilden, genau diese grauen Regenwolken haben jeden der Gedanken von der kleinen weißen Wolke gehört.

„ Weiße Wolke, wir glauben du weißt nicht wer und vielmehr was du bist. Du bist so weiß weil du aus Säure bestehst. Säure macht die Welt kaputt wenn sie konzentriert auftritt. Weißt du das? Das ist kein Witz, das ist Tatsache. Wir sind froh dass du da hoch oben bist. So kannst du uns nicht vergiften.”

„Ich bin Gift für euch? Ihr seid froh dass ich so hoch oben bin? Ich dachte ich sei etwas besonderes.”
„Bist Du auch, Du bist ganz besonders Giftig! ”

„ Ich bin ganz besonders giftig? Ich will lieb und angenehm sein. Ich will dass sich alle über mich freuen. Ich die kleine weiße Wolke. He du da unten, hast Du mich verstanden, ich will besonders lieb sein.”
„Du bist Säure, Du bist ätzend, wer mit Dir in Kontakt kommt ist vergiftet.”
„Was soll ich denn nur machen? Ich will doch bloß schön sein. Ich will das mich alle sehen. Ich will,...”
Kleine weiße Wolke ist traurig und will weinen, das hat schon weh getan. Da laufen doch gleich ein paar Tropfen über den weißen Rand. Er die strahlende kleine weiße Wolke soll Gift sein.

Da meldet sich eine ganz große Wolke zu Wort.
„Ja die kleine weiße Wolke ist hoch ätzend. Durch Anklagen, durch das jammern, durch das beschuldigen wird nichts besser. Ihr habt der kleinen weißen Wolke weh getan. Daher hat sie ein paar Tropfen verloren. Habt ihr gehört was die kleine weiße Wolke gesagt hat? Habt ihr gespürt was die kleine weiße Wolke will? Sie ist Wesen, wie alles Wesen ist. Ja sie ist giftig. Als Wesen will sie eins, und das ist SEIN, also leben. Es ist so leicht Wesen zu verletzen. Es ist so leicht Wesen auszusperren. Es ist so leicht sich für besser zu halten. Ich bin schon lange auf der Reise. Ich weiß Jede Reise hat ein Anfang und ein Ende. Das gilt auch für alle Wolken, ob ätzend oder lebendig.”

„ Ich will lebendiges Wasser sein„ schreit kleine weiße Wolke.
„Du scheinst etwas mehr Erfahrung zu haben, was kann ich, was soll ich machen, ich will lebendiges Wasser sein?”

„Eine gute Frage liebe kleine weiße Wolke. Wenn ich etwas höher steige, und Du etwas herunter kommst, könnten wir einander austauschen, dann bin ich etwas ätzend und Du etwas mehr lebendig.”
„Ist das nicht gefährlich? ” „Ja das ist gefährlich. doch irgendwann kommst Du ohnedies herunter, und das völlig unkontrolliert. Das ist gefährlich. Im Leben im Sein, sind viele Möglichkeiten offen. Hinter jeder Möglichkeit steht eine Wirkung. Diese Wirkung ist dann wieder Ursache für eine nächste Wirkung. Sol beruht alles auf Ursache und Wirkung. Als wahres Wesen erkennt man das im Bewusstsein dass ALLES EINS und EINS ALLES ist, daher handelt man als das EINS. Je mehr Wesen als das EINS handeln, desto lebensbejahender ist das erlebte SEIN.”

Ein etwas stärkerer Aufwindwirbel trägt die große Wolke hinauf. Die leine weiße Wolke stieg stetig, langsam hinunter. Über dem großen Meer vereinigten sich die beiden, leicht saurer Regen fiel ins Meer. Aus dem sich gleich wieder im ewigen Kreislauf von Werden und vergehen wieder neue Wolken bilden. Wolken aus lebendigen Wasser. Wolken die der Sanfte Wind über das Land weht, und die an den Bergen und über den Wäldern ausregnen, um sich wie über dem Meer gleich wieder zu finden.

Als solche Wolke sagte der Mann zu sich im Traum: Mein Name soll: Lebendiges Wasser sein.

Danke große Wolke für Deine weisen Worte und Deine Weisen Taten. Irgendwie sind wir jetzt EINS. Eins im ewigen Wiederkehr der Dinge. Im Spiel des Lebens.

Danke Leben. Danke SEIN.

W.Macek