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Feuerritual
Geschichten

Der Tempel der 1000 Spiegel

 

Adano, ein Junge, geht vergnügt in den Wald. Er ist oft im Wald, und die Gegend ist ihm vertraut. Er geht die alten Wege die er immer gegangen ist. Er kommt zum kleinen Bach in dem er schon als Kleinkind gespielt hat und zur großen Wiese, an der kann man im Herbst immer gut die Drachen steigen lassen. Meistens geht er bis zum östlichen Rand der großen Wiese wo der hohe Felsen ist. Über den großen Felsen ist er noch nie gekeltert, dahinter soll es wild sein, hat man ihn schon oft gewarnt. Es soll von dort auch manchmal Schreie zu hören sein. Doch was das zu bedeuten hat sagte ihn niemand. Es ist besser, wenn man nicht dorthin geht. Es soll dort gefährlich sein. Obwohl ihn niemand davon reale Erlebnissen erzählte, wusste scheinbar jeder darüber bescheid.

Adano ist kein wirklich mutiger Junge, er muss nicht unbedingt, allen Dingen auf den Grund gehen, doch ist er alles andere als faul. Wenn es etwas gibt das es zu bewältigen gilt, dann macht er es. Adano sagt zu sich: Über diesen Felsen klettern macht Spaß. So klettert er, während dessen fielen ihm die Geschichten ein, die man von dahinter erzählte. So geht Adano vorsichtig Schritt für Schritt weiter. Wenn es gefährlich werden würde, dann dreht er um. Der Wald schaut doch genauso aus wie der andere Wald. Die wollten mir alle doch nur Angst machen, denn wer weiß was sich dahinter verbirgt, die wollen das wahrscheinlich für sich alleine haben, oder ist es doch anders (?). Adano gibt auf all das nichts. Er ist heute nicht das erste mal im Wald. Er ist viel öfter im Wald als die, die solche Geschichten erzählen. Manchmal fragt er sich, wo diese Geschichten herkommen, und wieso, wenn er schon so oft im Wald ist, wieso er so etwas nicht erlebt.

Der Weg hinter den Felsen, wenn man ihn überhaupt als Weg bezeichnen kann. Macht den Eindruck eines Djungelpfandes auf dem schon lange niemand mehr gegangen ist. Der Pfad ist eben und ganz leicht zu gehen. Adano macht, wie er es gewohnt ist, Seine Markierungen. Er ist schon öfters im Wald im Kreis gelaufen. Er weis, daher wie er sich zu verhalten hat. Die Anderen, die ihm die Schauergeschichten erzählten, von denen musste er schon manchen aus dem Wald holen, weil sie sich verirrt hatten, im vorderen Teil des Waldes, wo er mit den Anderen immer Schwammerln suchen war. Adano vertraut sich, er vertraut seiner Orientierung und er vertraut seiner Intuition.

Der Wald ist wie er immer ist. Vögel zwitschern, Bienen summen und die Sonne glitzert in den Tautropfen welche sich in den Spinnennetzen verfangen haben. Die dürren Äste knacken unter den Schritten, ein kühler angenehmer Lufthauch streift ihn durch sein Haar. Nach einiger Zeit kommt er zu einer großen Lichtung. Sofort fällt sein Blick auf das Gebäude am östlichen Rand. Die grüne saftige über und über mit Blumen bedeckte Wiese genießend geht er zügig zu den Gebäude. Je näher er kam desto größer wurde es. 10 Stufen führen zu einer Türe. Die Türe ist einen Spalt offen, gerade soweit, dass ein schlankes Wesen durchschlüpfen kann. Adano überlegt, ja da war ich noch nie. Das wir mir wieder keiner glauben. Na ja, wenn schon. Ich weis was ich mache. So schlüpft er durch den Spalt. Er entdeckt soeben:

Den Tempel der Tausend Spiegel.

Im Tempel der Tausend Spiegel, spiegelt sich jeder Spiegel in einem anderen Spiegel. Manche Spiegel verzerren, manche vergrößern andere wieder verkleinern. Als Adano den Tempel betrat, sah es aus, als ob 1000 Adano's den Tempel betreten, und Adano war erstaunt, so blickten ihn 1000 erstaunte Adano's an. Er konnte nicht glauben was er da sah und begann sich zu fürchten. So fürchteten sich 1000 Spiegelbild Adano's mit ihm. Ein komischer Ort schrie er. Aus allen Winkeln uns Ecken hallte und hallte es: Ein komischer Ort, ein komischer Ort. Musste ich das machen ? Das habe ich nun davon,dachte er. Was kann ich nun machen? Was soll das ganze. Wenn ich das jemanden erzähle sagen sie nur das es mir recht geschieht, denn jenseits des Felsens ist noch niemand gewesen.
Wenn aber noch niemand gewesen sein will, wo kam dann der fast verfallene Weg her? Es kann nur ein Weg sein wo Menschen gehen. Vielleicht hat das doch alles einen Sinn. Die Anderen haben mir doch immer nur versuch Angst zu machen. Ich werde dem da auch auf den Grund gehen. Ich habe doch noch immer eine Lösung gefunden. Es hat mich hier niemand bedroht. Ich habe mich nur vor den Bildern, die ich gesehen habe, vor unbekannte gefürchtet. Ich habe mich schon öfters gefürchtet; hinter her hat sich alles ganz anders heraus gestellt. So beschließt Adano sich erst einmal auszuruhen. Denn das hat ihn sein Opa erklärt. Wenn du nicht weiter weißt und müde bist dann entspann dich. Ein entspannter Körper kann mit neuen Dingen leichter umgehen.

Nach zwei Stunden richtete er sich wieder auf und 1000 Adano' richteten sich auf, gähnten und freuten sich des Lebens. Doch was ist das, da ist ein zweites Bild da ist noch jemand. Ja das ist,... Adano will den Gedanken zu ende denken, doch die Anmut, die Schönheit verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Sie kommt ganz einfach auf ihn zu und sagt:

„ Hallo, ich bin Adana, ich komme regelmäßig her. Ich habe dich noch nie hier im Tempel der Tausend Spiegel gesehen. Wie heißt Du?”
Adano schaut sie an, nach einer langen Weile sagt er:„Ich heiße Adano, ich bin das erste mal da.”

„Du heißt Adano, und ich heiße Adana, wie lustig, und wir begegnen einander im Tempel. Im Tempel vor dem mich alle gewarnt haben, ich darf nie in meinen Leben über die Felsen klettern, denn dahinter ist ein verwunschener Ort, genannt der Tempel der Tausend Spiegel. Es soll jeder verrückt werden der hier herein geht! Bis heute habe ich noch nie jemanden getroffen, außer die Spiegel. Ich liebe die Spiegel, es kommt mir vor als ob sie zu mir sprechen. Auch wenn jeder mir etwas anderes zeigt, so zeigt doch jeder eine andere Eit. Eine andere Wahrheit, eine andere Weisheit, eine andere Wirklichkeit. ”

„Adana, es ist fantastisch das ich dich hier treffe, ich glaube du fühlst wie ich. Schon wie ich hier durch Türe hereingeschlüpft bin habe ich bemerkt, das dass ein besonderer Ort ist. Auch mich hat man gewarnt, sie sagte man hört dort merkwürdiges. Ich denke, ja ich spüre das hier ist ein guter, lebensbejahender Ort, wenn man ihn als guten lebensbejahenden Ort nimmt. Ich nehme alle Orte als gute lebensbejahende Orte an. Wenn ich zum Leben ja sage, dann sagt das Leben zu mir ja. Wenn ich mich selbst annehmen und mich selbst lieben kann, dann wird mich auch das Leben lieben. Ich merke dass, die Menschen auf mich zukommen und mich lieben.”

„Ich sage, liebe das Leben, das Leben liebt dich, das Leben sagt immer ja. So sage auch Du immer ja, ja zum Leben, ja zum Sein, ja zur Liebe aus der alles kommt. Ich glaube der Tempel will uns lehren, das Leben zu lieben.”

„Das kann sein denn wie ich gekommen bin habe ich gestaunt, und alles hier hat gestaunt, ich begann mich zu fürchten, und alles hat sich gefürchtet, jetzt freue ich mich, ja ich freue mich dich getroffen zu haben, und ich glaube alles hier freut sich mit.”

„Ja Adano, das ist ein guter Ort, ich denke den Ort werden wir noch oft aufsuchen, der Ort hat mir schon viel gelehrt, der Ort wird mir, wird uns noch viel lehren. ”

„Ja Adana, du sprichst gute Worte. Danke Adana, Danke Tempel der Tausend Spiegel, Danke Ort, Danke Leben, Danke Sein.”

Wortlos nehmen sie einander an die Hand, gehen von Spiegel zu Spiegel, von Raum zu Raum, immer in der Haltung der Dankbarkeit und Ehrfurcht vor dem Leben und vor dem Sein von dem sie Teil sind. Gemeinsam schlüpfen sie wieder durch den spalt ins freie steigen die 10 Stufen wieder auf die Wiese. Der Vollmond beleuchtet jetzt die Wiese. Die Luft ist angenehm warm und der Baum am Waldrand lädt zum verweilen ein. So setzen sie sich in den Schatten des Baumes. Ihr Schatten verschmilz mit dem Schatten des Baumes. Plötzlich beginne sie beide zu lachen, und singen im Chor:" Adama und Adamo sitzen untern Baum." und das fast die ganze Nacht.